Am 21. Oktober 2026 hat offiziell der Bau für die bislang größte Investition in der Geschichte der zur Beckhoff Automation-Gruppe gehörenden Schirmer Maschinen GmbH aus Verl begonnen. Vertreter der lokalen Politik und Verwaltung und der Familie Beckhoff sowie Verantwortliche vom Bauherren Schirmer und vom Generalunternehmer Goldbeck trafen sich zum ersten Spatenstich. Das Unternehmen baut grenzüberscheitend zwischen den beiden Kommunen Verl und Rietberg. Auf dem Gelände des Stammsitzes an der Stahlstraße entsteht mit neuen Verwaltungs- und Produktionsgebäuden ein modernes und größeres Werk, mit dem der Maschinenbauer alle seine Unternehmensbereiche an einem Standort zusammenführt und sich für die Zukunft aufstellt.
Schirmer entwickelt sich dynamisch. Zwischen 2019 und 2024 hatte sich der Umsatz des 1979 gegründeten und international agierenden Maschinenbauers auf 80 Mio. Euro verdoppelt. Im gleichen Zeitraum wuchs die Anzahl der Mitarbeiter überdurchschnittlich; der Anteil des Fachkräftenachwuchses verdreifachte sich auf aktuell 24 Auszubildende. 2025 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern und einem 70-köpfigen, exklusiv für Schirmer arbeitenden Team von Beckhoff Automation einen Umsatz von knapp 90 Mio. Euro. In diesem Jahr erwartet Schirmer weiteres Wachstum.
Technologieführer mit klarem Bekenntnis zur Region
Um das aktuelle und künftig erwartete Wachstum abzuleisten, investiert Schirmer jetzt in ein neues, größeres und modernes Werk und die dafür notwendige Betriebsausstattung und bekennt sich damit klar zum Standort Ostwestfalen. Das Unternehmen sieht sich als Technologieführer im Premiumsegment der hoch automatisierten Profilbearbeitung und als Lösungsanbieter. Dazu konfiguriert Schirmer aus einem Baukasten weitestgehend standardisierter Prozessmodule auf kundenindividuelle Produkt- und Produktionsanforderungen abgestimmte Maschinenkonzepte für die Bearbeitung von PVC-, Aluminium- und Stahlprofilen in verschiedenen Branchen, zum Beispiel Fenster- und Fassadenbau, Luft- und Raumfahrt, Automotive, Railway, Maschinenbau, Möbel- und Innenausbau.
Kunden profitieren vom Dreiklang aus Qualität, Geschwindigkeit und Flexibilität im Bauteilspektrum. Dass die Lösungen von Schirmer schon heute Profile spannen können, die es erst morgen gibt, bietet Käufern Investitionssicherheit. Dank hoher Autonomiezeiten setzen die Anlagen zudem dem Fachkräftemangel bei den Kunden etwas entgegen.
2016 mündete die seit 1980 bestehende enge Kooperation mit Beckhoff Automation in der Integration in die Unternehmensgruppe. Seitdem haben beide Unternehmen ihre Partnerschaft vertieft und profitieren von der Fusion aus Mechanik und Elektronik. Die Verzahnung aus hochwertigem Maschinenbau und innovativer Automatisierungstechnik resultiert in weltweit führenden Produktionsmaschinen. Neueste Beckhoff-Steuerungstechnologie kommt auf diese Weise schnell und konsequent zum Einsatz. So hat Schirmer zum Beispiel 2026 damit begonnen, alle seine Bearbeitungszentren mit dem neuen modularen und steckbaren schaltschranklosen Steuerungskonzept „MX-Automation“ von Beckhoff auszustatten – „eine neue, revolutionäre Stufe der Automatisierungstechnik vor allem zum Vorteil der Kunden von Schirmer“, heißt es aus den Unternehmen.
Solides Fundament für weiteres Wachstum
Die neue Produktion, für die nun der Spatenstich erfolgt ist, soll im Herbst 2027 fertiggestellt sein. Sie wird auf 28.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche Fertigung, Vormontage, Endmontage und Inbetriebnahme umfassen. 2028 folgt dann die Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes mit ca. 4.200 Quadratmetern Bürofläche. Hier ziehen u.a. Konstruktion und Entwicklung von Schirmer ein sowie einige Bereiche von Beckhoff Automation.
Mit dem Neubau bündelt Schirmer alle Unternehmensbereiche, die neben Verl bislang noch in Gütersloh-Avenwedde und Gütersloh-Spexard ansässig sind. Das optimiert nicht nur Prozesse, Informations- und Materialflüsse sowie Logistik entlang der Wertschöpfungskette. Es schafft mit attraktiven Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie den Kapazitäten für Investitionen auch die Voraussetzung für den Ausbau der Wertschöpfungstiefe und für weiteres Wachstum. Schirmer-Geschäftsführer Ludger Martinschledde schätzt das künftige Umsatzpotenzial auf 150 Mio. Euro.
Dieses zu erschließen, will Schirmer in bestehenden Märkten und Branchen die steigende Nachfrage nach höher automatisierten Produktionslösungen bedienen, den Internationalisierungsgrad über Europa hinaus ausbauen sowie insbesondere mit den Bearbeitungszentren für Aluminium- und Stahlprofile neue Branchen erschließen.
Partner aus der Region
Für den Neubau hat der Investor das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck beauftragt; die Goldbeck Nord GmbH Niederlassung Bielefeld realisiert das Projekt. „Die Schirmer Maschinen GmbH hat früh ein klares Bild ihrer zukünftigen Produktions- und Logistikprozesse beschrieben“, berichtet Marc Schumann, Verkaufsingenieur bei Goldbeck. Gemeinsam habe man daraus ein Konzept entwickelt, das weiteres Wachstum am Standort ermöglicht. „Dass ein erfolgreiches Unternehmen seine Zukunft bewusst in der Region gestaltet und wir diesen Weg als Partner begleiten dürfen“, das mache das Projekt für den Baukonzern besonders.
Als Generalunternehmer bietet Goldbeck seinen Kunden alle Leistungen aus einer Hand: Vom Design über den Bau bis zu Serviceleistungen während des Betriebs. Dabei setzt das Unternehmen auf seine systematisierte Bauweise: Wesentliche Systemelemente fertigt Goldbeck industriell in eigenen Werken vor und fügt sie auf der Baustelle zu individuellen Gebäuden zusammen. Das sorge für Wirtschaftlichkeit, eine hohe Qualität und eine schnelle Umsetzung, heißt es.
Goldbeck-Projektleiter Toralf Evert betont die gute Zusammenarbeit: „Großprojekte werden nicht allein auf der Baustelle entschieden, sondern vor allem in der Zusammenarbeit der Menschen dahinter. Die offene und konstruktive Abstimmung mit der Schirmer Maschinen GmbH als Bauherrin sowie den Städten Rietberg und Verl hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir nun planmäßig in die Umsetzung starten können.“
Mit mehr als 14.000 Mitarbeitenden an über 100 Standorten, 526 Projekten und einer Gesamtleistung von 6,3 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2025/26 gehört Goldbeck zu den europaweit führenden Bauunternehmen.
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Bildtext: Versammelten sich am 21. Oktober 2026 zum Spatenstich (v.l.n.r.): Toralf Evert, Projektleiter Goldbeck, Thorsten Hochhard, Geschäftsführer Goldbeck Nord, Ludger Martinschledde, Geschäftsführer Schirmer Maschinen, Hans Beckhoff, Gründer, Geschäftsführer und Gesellschafter Beckhoff Automation und sein Sohn Johannes Beckhoff, Andreas Sunder, Bürgermeister Stadt Rietberg, und Robin Rieksneuwöhner, Bürgermeister Stadt Verl. Fotos: Schirmer 



