Es ist ein Worst Case-Szenario für jeden Bauherrn: Schmierereien auf einer explizit auf Langlebigkeit ausgelegten Fassade. Für die Gemeinde Radolfzell am Bodensee wurde das nur ein Jahr nach Einweihung eines Schulgebäudes zur Realität. Die Qualität des vom Architekturbüro gewählten Fassadenmaterials gab jedoch den Ausschlag für eine ebenso überraschend pragmatische wie wirksame Lösung. Sie untermauert nicht nur den Wert der Gebäudehülle, sondern passt auch zum Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitskonzept der Schule.
2020 hatte Architekt Gerhard P. Maier von der Bauraum GmbH Konstanz den auf einem Passivhauskonzept basierenden Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell seiner Bestimmung übergeben. Auf Grundlage der städtischen Vorplanung, die ein nachhaltiges, nach ökonomischen Prinzipien erstelltes Konzept mit reduzierten Materialien vorschrieb, entstand mit sechs Klassenräumen, Physiksaal, einem Mehrzweckraum und Räumen für das Ganztagesprogramm ein Wohlfühlort mit vollumfänglicher Lernumgebung.
Kein halbes Jahr nach dem Bezug des Gebäudes sah sich die Stadt Radolfzell als Bauherrin einem Vandalismus-Schaden gegenüber. Unbekannte hatten Teile der Fassade im Eingangs- und Giebelbereich sowie Sichtbeton im Inneren mit Graffiti und Permanentmarker beschmiert. „Was wie ein Dumme-Jungen-Streich ausschaute, war eine erhebliche Sachbeschädigung, die nicht nur das Gebäude entwertete“, erinnert sich Maier an den Ärger, den er damals empfand. „Wir mussten auch befürchten, auf hohen Kosten für die Behebung des Schadens sitzen zu bleiben“, so der Architekt. Zudem bestand Unsicherheit darüber, ob sich die Schmierereien vollständig, dekorkonform und ohne Materialbeeinträchtigungen beseitigen ließen.
Qualität als Schlüssel zur Lösung
Bei der Lösung half Maier, dass er sich schon in der Planungsphase bewusst für eine Fassade entschieden hatte, die den Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitskriterien in einer auf 70 Nutzungsjahre ausgelegten Vorabstudie standhielt, mit der das Architekturbüro mehrere Alternativen prüfte. So kam beim Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell eine energieeffiziente und atmungsaktive hinterlüftete Fassade mit „Trespa Meteon“-Platten zum Einsatz.
David Hanses, zu dem Zeitpunkt Gebietsleiter Fassade und Balkon bei Trespa Deutschland, konnte die Befürchtungen des Architekten, dass die Fassade nach der Sachbeschädigung kostenintensiv saniert werden müsste, schnell ausräumen. Weder mussten die betroffenen Stellen übermalt noch Platten getauscht werden. Stattdessen empfahl der staatlich geprüfte Bautechniker eine einfache Reinigung mit Azeton und Wasser – im Wissen darüber, dass das Material weder funktional noch ästhetisch Schaden nehmen würde. „Azeton kommt in vielen Pflanzen vor und wird universell als organisches Lösungs- und Reinigungsmittel genutzt“, erklärt der Trespa-Experte die für ihn gängige Praxis, mit der der Hausmeister der Schule die Fassade allein und in einer einmaligen, fünfminütigen Reinigungsaktion in ihren Urzustand versetzen konnte.
Wirtschaftlich & wirksam
Das Ergebnis bezeichnet Architekt Gerhard P. Maier als „genial“. Er setzt seit fast 35 Jahren auf Trespa-Produkte und wusste: „Es handelt sich um eine geschlossene, nahezu porenfreie Oberfläche mit hoher Widerstandsfähigkeit. Aber nicht alle HPL-Platten halten einer solchen Reinigung auch stand.“ Dass die Trespa-Qualität jetzt geholfen hat, die Schmierereien absolut rückstandslos und wirtschaftlich zu beseitigen, hat ihn einmal mehr bestätigt, einen service- und kundenorientierten Partner für die nachhaltige Fassade gefunden zu haben: „Bei Trespa hat man verstanden, dass Wirtschaftlichkeit gerade im Schulbau wesentlich ist.“ Und weil sich die Kosten – im Gegensatz zur Entfernung der Schmierereien auf dem Sichtbeton – im Bereich der HPL-Fassade auf die Anschaffung des Reinigungsmittels minimierten, konnte die Stadt darauf verzichten, Anzeige zu erstatten und Schadenersatzansprüche geltend zu machen.
Dem Gebäude seine Würde zurückgeben
Was den erfahrenen Architekten aber bis heute nachhaltig beeindruckt, ist die Botschaft, die man mit dem vollständigen und wirtschaftlichen Verschwindenlassen der Schmierereien vermittelt hat: „Das muss die Täter entmutigen und ihnen ein klares Signal senden, das Grenzen setzt.“ So erfülle der Schulbau auch eine Vorbildfunktion, mit der sich Wertschätzung vorleben lässt.
Wertschätzung und Ressourcenschonung. Das sind die Werte, die die Schüler der Gerhardt-Thielcke-Realschule in Radolfzell nicht nur als Beiwerk, sondern sogar im Kern vermittelt bekommen. Sie sind bewusst im Konzept verankert. Die Architektur trägt wesentlich dazu bei.
Bautafel
- Projekt: Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule, Radolfzell
- Bauherrschaft: Stadt Radolfzell
- Planung/Bauleitung: Gerhard P. Maier und Julia Bierbach, Bauraum GmbH Konstanz
- Bauphase: 04/2019 bis 12/2020
- Fassade: VHF mit „Trespa Meteon“, Dekor: „Tempered Grey NM06“ mit matter Oberfläche aus der Kollektion „Naturals“
- Fassadeninstallation: Zimmerei Martin, Eigeltingen
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Bildtext 1: Der 2020 fertiggestellte Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade mit „Trespa Meteon“ trägt das Dekor „Tempered Grey NM06“ in Matt aus der „Naturals“-Kollektion. Wassertropfen scheinen auf einem Stein zu gefrieren und rufen im Licht lebendige Reflexionen hervor. Foto: Susanne Sommerfeld, Konstanz
Bildtext 2: Architekt Gerhard P. Maier von der Bauraum GmbH Konstanz plante den auf einem Passivhauskonzept basierenden Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell. Die städtische Vorplanung schrieb ein nachhaltiges, nach ökonomischen Prinzipien erstelltes Konzept mit reduzierten Materialien vor. Foto: Bauraum Konstanz
Bildtext 3: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich ausschaute, war eine Sachbeschädigung, für deren Beseitigung mit hohen Kosten zu rechnen war. Foto: Gerhard P. Maier






